DER KLEINE VAMPIR

Animationsfilm Deutschland 2017

82 Minuten

Regie : Richard Claus, Karsten Kiilerich

 

Rüdiger von Schlotterstein, der von Angela Sommer-Bodenburg Ende der 1970er Jahre erdachte neunjährige Vampir, tritt in dieser Neuverfilmung des beliebten Stoffes erstmal als Teenager auf, steht doch sein 13. Geburtstag unmittelbar bevor. Da sich dieser allerdings bereits zum 300. Mal wiederholt, hat er wenig Lust im Schloss und damit unter Aufsicht seines ebenso strengen wie ängstlichen Vaters, mit all den schrulligen Onkeln und Tanten zu feiern. Viel lieber würde er die Welt erkunden und mit Hilfe des einen oder anderen Abenteuers endlich der bereits unendlich dauernden Langeweile entkommen. Sein etwas älterer Bruder Lumpi ist bereits regelmäßig in die Umgebung unterwegs. Dass er dabei kurz vor der Feier, für die zahlreiche Verwandte angereist sind, die Aufmerksamkeit des gnadenlosen Vampirjägers Geiermeier auf sich zieht, war nicht vorgesehen. Gemeinsam mit seinem Gehilfen Manni spürt dieser den Wohnort der Vampire auf und sperrt sie in ihrer Gruft ein. Rüdiger, seine jüngere Schwester Anna und ihre Eltern können gerade noch entkommen. Auf ihrer Flucht landen sie im Schwarzwald, wo der ebenfalls 13-jährige Anton Bohnsack mit seinen Eltern Urlaub macht. Nach einer ersten Schrecksekunde freundet sich der, von Vampirgeschichten faszinierte Menschenjunge schnell mit Rüdiger an und ist umgehend bereit ihm und seiner Familie nach Kräften zu helfen …

 

Alterskennzeichnung der Jugendmedienkommission im Bundesministerium für Bildung

Der kleine Vampir ist in diesem Animationsfilm um immerhin vier Jahre gealtert und die Geschichte wird sehr flott und mit teilweise recht langen Spannungsbögen erzählt. Es sind vor allem der gnadenlose Vernichtungswille des recht gruselig gezeichneten Vampirjägers und die rasant inszenierten Verfolgungsjagden, die ein ganz junges Publikum überfordern dürften. Dass Rüdiger zudem immer wieder vergisst, dass Anton als Mensch eben nicht fliegen kann, und ihn daher regelmäßig fallen lässt, sorgt für einige weitere Schreckmomente und erhöht die Zahl der Rettungen in letzter Minute. Der Humor des Films und seine komischen Figuren, von den schrulligen Verwandten bis hin zur (fliegenden) Vampirkuh, sorgen allerdings für ausreichend entlastende Momente, sodass die Kommission den Film, der ja auch glücklich endet, einstimmig zur Freigabe für Kinder ab 6 Jahren empfiehlt.

 

Positivkennzeichnung der Jugendmedienkommission im Bundesministerium für Bildung

Die Beziehung zwischen Menschen und Vampiren, die sich ja per se erst einmal feindlich gegenüberstehen, wird hier zu einer netten Parabel über den Umgang mit Fremdheit und die Überwindung der Angst vor dem Anderen. Und die beiden 13-jährigen Burschen sind mit diversen Teenagerproblemen, von dem Wunsch nach Distanz zum Elternhaus bis hin zur ersten Liebe, konfrontiert. Auch wenn die im Comicstil gezeichneten Figuren gelegentlich sorgfältiger ausgeführt sein könnten, nutzt die Animation doch die Möglichkeiten dieser Produktionsweise recht gut. Vor allem dort, wo es um einen der ältesten Menschheitsträume geht, gelingen dynamische und in manchen Momenten sogar spektakulär wirkende Flugszenen. „Der kleine Vampir“ erschien der Kommission daher als durchaus annehmbar als Animationsfilm für Kinder ab 8 Jahren.