GOLI JAN

Zum 80. Geburtstag von Houchang Allahyari

Österreich 2019 / 94 Minuten

Regie: Houchang Allahyari

Darsteller : Fatemeh Jaffari, Nematolah Amiri, Halimeh Nassim Amiri

persische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 

Nach seiner dokumentarischen Arbeit DIE LIEBENDEN VON BALUTSCHISTAN kehrt Houchang Allahyari in den Iran zurück, um einen Spielfilm zu drehen, dem es an Aktualität wahrlich nicht mangelt. Erzählt wird die Geschichte von Goli Jan, einer jungen Frau, die – nachdem ihr Vater von den Taliban ermordet wurde und ihr Onkel sie an einen alten Mann verheiraten will – gemeinsam mit dem Fahrradboten Jawad aus Afghanistan flieht und sich als Junge verkleiden muss, um nicht aufzufallen. Stets in Angst vor der Rache des mächtigen Onkels, begegnen die beiden neben verschlagenen auch hilfsbereiten Menschen, die sie bei sich aufnehmen und ihnen die Möglichkeit bieten, ein neues Leben zu beginnen … Eine mit sparsamen Mitteln hergestellte, aber umso persönlichere Auseinandersetzung mit den Themen weibliche Selbstbestimmung, männliche Dominanz und menschliche, grenzübergreifende Solidarität.

 

»Houchang Allahyari verkörpert meine Vorstellungen vom orientalischen Ideal, bei dem Familie und Individuum, Tradition und Weltoffenheit, Glaube und Wissenschaft keine Gegensätze bilden, sondern eine elastische Einheit sind«, so Schauspieler und Regiekollege Karl Markovics anlässlich der Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Stadt Wien im Jahr 2012.

 

1941 in Teheran geboren, kommt Allahyari als junger Mann nach Österreich, um Medizin zu studieren und Filme zu machen. Seit Mitte der 1980er-Jahre entsteht so – aus unermüdlichem Schaffensdrang heraus und oft unabhängig produziert – ein ansehnliches Werk, in dem er sich selten um Publikumserwartungen sorgt. Vielmehr ist seine filmische Arbeit eng mit der des Psychiaters verbunden und rückt vermeintliche Außenseiter mit Blick auf die Gesamtheit von Gesellschaft, System und Kultur ins Bild: Reisen zum Mittelpunkt des Menschseins.