MISS MARX

Italien Belgien 2020

107 Minuten

Regie: Susanna Nicchiarelli

Darsteller: Romola Garai, Patrick Kennedy

 

Was bedeutet das, seiner Zeit voraus zu sein? Eleanor Marx tritt nach dem Tod ihres Vaters Karl ein schweres Erbe an: Einerseits soll sie dessen Werk bewahren, andererseits hat sie eigene Ambitionen. Nicchiarelli zeigt in ihrem Biopic eine Frau, die den Widersprüchen ihrer Epoche lange standhält, und dann doch daran zerbricht. Mit scharfem Blick geißelt Eleanor die systemische Benachteiligung der Frauen, aber keine noch so klare theoretische Einsicht bewahrt sie vor dem Scheitern im Privatleben. Führt eine Linie von Eleanor zu den Punk-Rebellinnen? Eine Frage, die der Score von MISS MARX suggeriert, und ein kleiner, aus der Zeit fallender Tanzauftritt gen Ende.

 

„Die Geschichte von Eleanor Marx mit ihrer Diskrepanz zwischen öffentlichem und privatem Leben gibt uns einen Einblick in die Komplexität der menschlichen Seele und enthüllt die Zerbrechlichkeit unserer Illusionen und die Sterblichkeit bestimmter romantischer Beziehungen. Die Lebensgeschichte von Eleanor zu erzählen, ist eine Gelegenheit, Themen zu diskutieren, die so modern sind, dass sie auch heute, anderthalb Jahrhunderte später, noch als revolutionär bezeichnet werden können. In einem Moment, in dem das Thema Emanzipation zentraler denn je ist, zeigt Eleanors Lebensgeschichte all ihre unvermeidlichen Schwierigkeiten und Widersprüche auf. Widersprüche, von denen ich glaube, dass sie äußerst relevant sind, um zu versuchen, viele Aspekte unserer Zeit ‚einzufangen‘.“ (Susanna Nicchiarelli)